Schultersteife (frozen shoulder)

Ursachen einer schmerzhaften Schultersteife (frozen shoulder)

Bei der Schultersteife muss man zwischen der primären Schultersteife (ohne bekannte Ursache) und der sekundären Schultersteife (mit bekannter Ursache) unterscheiden.

Bei der primären frozen shoulder ist die genaue Ursache der Schultersteife nicht bekannt. Es ist in der Regel kein Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung zu erkennen.

Bei der sekundären frozen shoulder sind Zusammenhänge zu finden mit:

  • Unfällen (Prellungen, Knochenbrüche des Schultergürtels)
  • entzündliche Reaktionen, wie bei der chronischen Kalkschulter
  • Engpasssyndrom (Impingement)
  • nach Phasen einer Ruhigstellung / Immobilisation
  • nach Operationen

Beschwerden und Diagnostik

Die primäre und die sekundäre frozen shoulder haben den gleichen phasenhaften Ablauf, bei dem sich eine Schrumpfung der Gelenkkapsel entwickelt. Vorstellen muss man sich die Gelenkkapsel wie ein Hemd um das Gelenk, welches immer kleiner wird und somit die Beweglichkeit der Gelenkkugel einschränkt. Die Schulter wird bewegungsunfähig.

  • In der ersten Phase der Krankheit entzündet sich die vordere Schulterkapsel. Durch die langsam ansteigenden Schmerzen wird von den Betroffenen das Bewegen der Schulter vermieden.
  • In der zweiten Phase beginnt die Gelenkkapsel, wegen des Bewegungsmangels, zu schrumpfen. Dadurch wird die Bewegungsfähigkeit der Schulter noch weiter eingeschränkt.
  • In der dritten und letzten Phase der Erkrankung ist die Schulter mechanisch blockiert und vollkommen steif. Schmerzen finden sich in der Regel kaum noch.
  • Die Heilungsphase schließt sich an. Es kommt zu einer langsamen Wiederherstellung der Beweglichkeit. Dieser Phase kann mehrere Monate, bis zu einem Jahr andauern!

Bei der klinischen Untersuchung ist eine deutliche Einschränkung der Aussenrotation, ggf der Innenrotation und der Abduktion im Vergleich zur Gegenseite zu finden. Je nach Phase ist die Restbeweglichkeit mehr oder weniger schmerzhaft.

In einer Ultraschalluntersuchung, Röntgen oder MRT-Untersuchung, kann eine eventuelle Ursache (Kalkherd, Riß der Sehnenplatte, Schleimbeutelentzündung...) gefunden werden. Dabei ist aber keine genauere Aussage über die Phase der Einsteifung oder die Dauer der Einsteifung zu treffen.

Therapie

In den ersten beiden Phasen der Erkrankung wird in der Regel konservativ behandelt. Es kommen schmerzhemmende Medikamente und eine intensive krankengymastische Übungsbehandlung zum Einsatz. In den Fällen, bei denen sich keine Verbesserung der Beweglichkeit in einem für den Patienten akzeptablen Zeitraum erreichen lässt, kann sich eine interventionelle oder auch eine operative Behandlung anschließen.

Vor Dilatation der Gelenkkapsel
Vor Dilatation der Gelenkkapsel

Nach Dilatation der Gelenkkapsel
Nach Dilatation der Gelenkkapsel

Bei nicht erfolgreicher konservativer Therapie kann zuerst die risikoarme ambulante Therapieform der Hydrodilatation (Distensions-Arthrografie) angewandt werden. Diese einfache Prozedur verbessert die Beweglichkeit und vermindert Schmerzen. Die Prozedur wird unter sterilen Bedingungen mit Desinfektion von Haut und Gelenk durchgeführt. Dabei wird eine feine Nadel unter Röntgenkontrolle in das Gelenk eingebracht. Eine kleine Menge an Röntgenkontrastmittel wird eingespritzt um sicher zu sein, dass sich die Spitze der Nadel im Gelenk befindet. Dann werden ein lang wirksames lokales Betäubungsmittel und ein Kortisongemisch in das Gelenk eingebracht. Anschließend erfolgt eine schrittweise und vorsichtige Aufdehnung (Dilatation oder auch Distension) der Gelenkkapsel unter langsamem Einbringen von steriler Kochsalzlösung. Hierbei werden Vernarbungen und Verklebungen der Schultergelenkkapsel gelöst. Die Gelenkbeweglichkeit verbessert sich.

Fällt das Schultergelenk trotz Hydrodilatation wieder in eine Einsteifung zurück, so kann eine operative Lösung der Vernarbungen durchgeführt werden. Diese Operation erfolgt arthoskopisch. Die Kapselspaltung erfolgt im Rahmen einer Gelenkspiegelung. Die geschrumpfte Gelenkkapsel wird „geschlitzt" und entzündliches Narbengewebe wird entfernt. Unter umständen muss dabei die gesamte Gelenkkapsel um die Gelenkpfanne geschlitzt werden (360°-release).

Die Operation ist ambulant oder kurzstationär (Aufenthalt 2-3 Tage) durchführbar. Es muss sofort mit den Bewegungsübungen in allen Richtungen begonnen werden. In der Regel werden die Patienten zusätzlich auf einem Bewegungsstuhl (Motorschiene) nachbehandelt. Ein spezielles Nachbehandlungsprogramm wird Ihnen mitgegeben.

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